Agile Konzeptlandkarte
90 Begriffe aus Agile, Lean, Systemtheorie und Innovation – kompakt erklärt und nach Kontext strukturiert.
90 von 90 Begriffen
Agiles Manifest
Wertesystem von 2001 mit 4 Werten und 12 Prinzipien. Betont Individuen, funktionierende Software, Zusammenarbeit und Reagieren auf Veränderung.
Agile GrundlagenAgilität
Die Fähigkeit einer Organisation, unter Unsicherheit handlungsfähig zu bleiben. Nicht gleichzusetzen mit dem Einsatz eines bestimmten Frameworks.
Agile GrundlagenIteration
Wiederholter Arbeitszyklus mit dem Ziel, durch jede Runde zu lernen und das Ergebnis zu verbessern. Grundprinzip agiler Arbeit.
Agile GrundlagenInkrementell
Schrittweises Vorgehen, bei dem ein Produkt oder eine Lösung Stück für Stück aufgebaut wird, statt alles auf einmal zu liefern.
Agile GrundlagenSprint
Fester Arbeitsrhythmus (typisch 1–4 Wochen) mit klarem Ziel. Ein Sprint endet mit einem potenziell auslieferbaren Ergebnis.
Agile GrundlagenTimebox
Festes Zeitfenster für eine Aktivität. Wenn die Zeit um ist, wird gestoppt – nicht verlängert. Erzwingt Fokus und Priorisierung.
Agile GrundlagenEmpirisches Vorgehen
Entscheidungen auf Basis von Beobachtung und Erfahrung statt auf Basis von Annahmen und Plänen.
Agile GrundlagenInspect & Adapt
Regelmäßig prüfen, was funktioniert und was nicht – und das Vorgehen entsprechend anpassen. Kernprinzip agiler Arbeit.
Agile GrundlagenServant Leadership
Führungsverständnis, das Rahmenbedingungen schafft statt Anweisungen gibt. Die Führungskraft dient dem Team.
Agile GrundlagenSelbstorganisation
Teams organisieren ihre Arbeit eigenverantwortlich. Voraussetzungen: Klarheit über Ziel, Rahmen und Entscheidungsbefugnisse.
Agile GrundlagenScrum
Framework mit festen Rollen (Product Owner, Developers, Scrum Master), Events (Sprint, Daily, Review, Retro) und Artefakten (Backlog, Increment).
Frameworks & MethodenKanban
Methode zur Visualisierung und Steuerung von Arbeitsfluss. Kernprinzipien: Arbeit sichtbar machen, WIP begrenzen, Flow optimieren.
Frameworks & MethodenDesign Thinking
Innovationsmethode mit 6 Phasen (Verstehen, Beobachten, Synthese, Ideen, Prototyp, Test). Nutzerzentriert und iterativ.
Frameworks & MethodenLean Startup
Methode zur Validierung von Geschäftsideen: Build–Measure–Learn. Hypothesenbasiert, minimal viable, schnelle Feedback-Zyklen.
Frameworks & MethodenBusiness Model Canvas
Strategisches Tool zur Visualisierung von Geschäftsmodellen in 9 Feldern. Entwickelt von Strategyzer.
Frameworks & MethodenOKR (Objectives & Key Results)
Zielsetzungs-Framework: Qualitative Ziele (Objectives) + messbare Schlüsselergebnisse (Key Results). Typisch quartalsweise.
Frameworks & MethodenJobs to be Done
Framework, das Kundenbedürfnisse als ‚Jobs' beschreibt, die Menschen erledigen wollen. Verschiebt den Fokus vom Produkt zum Nutzen.
Frameworks & MethodenValue Proposition Design
Methode zur Gestaltung von Wertangeboten, die tatsächliche Kundenbedürfnisse adressieren. Teil des Business Model Canvas.
Frameworks & MethodenFlight Levels
Modell von Klaus Leopold zur Beschreibung agiler Arbeit auf drei Ebenen: Team, Koordination, Strategie.
Frameworks & MethodenSAFe / LeSS / Nexus
Skalierungs-Frameworks für Agilität in großen Organisationen. Unterschiedliche Philosophien, gemeinsames Problem: Komplexität.
Frameworks & MethodenDaily / Stand-up
Kurzes tägliches Abstimmungsmeeting (max. 15 Min). Fokus: Was steht an, wo gibt es Hindernisse, wo brauchen wir Hilfe?
Agile PraktikenRetrospektive
Regelmäßige Team-Reflexion: Was lief gut, was nicht, was ändern wir? Der wichtigste agile Rhythmus für kontinuierliche Verbesserung.
Agile PraktikenReview / Demo
Vorstellung der Arbeitsergebnisse am Ende eines Sprints. Ziel: echtes Feedback von Stakeholdern und Nutzern einsammeln.
Agile PraktikenPlanning
Gemeinsame Planung der nächsten Iteration: Was nehmen wir uns vor, warum, und ist es realistisch?
Agile PraktikenBacklog
Priorisierte Liste aller geplanten Aufgaben oder Features. Lebendes Dokument, das kontinuierlich gepflegt wird.
Agile PraktikenBacklog Refinement
Regelmäßige Pflege des Backlogs: Items schärfen, schätzen, priorisieren. Vorbereitung für die nächste Iteration.
Agile PraktikenUser Story
Kurze Beschreibung eines Features aus Nutzersicht: ‚Als [Rolle] möchte ich [Funktion], damit [Nutzen].'
Agile PraktikenDefinition of Done
Gemeinsam vereinbarte Qualitätskriterien: Wann gilt etwas als fertig? Schafft Klarheit und verhindert Interpretationsspielraum.
Agile PraktikenWIP-Limit (Work in Progress)
Begrenzung der gleichzeitigen Arbeit. Weniger parallele Aufgaben = mehr Fokus = höherer Durchsatz.
Agile PraktikenPair Work / Mob Work
Zu zweit oder in der Gruppe an einer Aufgabe arbeiten. Fördert Wissenstransfer und Qualität.
Agile PraktikenCynefin-Framework
Sensemaking-Modell von Dave Snowden: Unterscheidet einfache, komplizierte, komplexe und chaotische Kontexte. Handlungslogik je nach Kontext.
Systemtheorie & KomplexitätKomplexität
Zustand, in dem Ursache und Wirkung erst im Nachhinein erkennbar sind. Erfordert Experimentieren statt Analysieren.
Systemtheorie & KomplexitätBlau/Rot (Wohland)
Modell von Gerhard Wohland: ‚Blaue' Probleme (kompliziert, berechenbar) vs. ‚rote' Probleme (komplex, überraschend). Unterschiedliche Lösungslogiken.
Systemtheorie & KomplexitätSystemtheorie
Betrachtung von Organisationen als soziale Systeme mit eigenen Mustern, Regeln und Dynamiken. Luhmann, Bateson, Meadows als Referenzen.
Systemtheorie & KomplexitätEmergenz
Phänomen, bei dem aus dem Zusammenspiel einfacher Regeln komplexe Muster entstehen. Nicht planbar, aber gestaltbar.
Systemtheorie & KomplexitätFeedback-Schleifen
Rückkopplungsmechanismen in Systemen: verstärkend oder dämpfend. Zentral für das Verständnis von Veränderungsdynamiken.
Systemtheorie & KomplexitätVUCA / BANI
Akronyme für volatile, unsichere, komplexe, ambige (VUCA) bzw. brüchige, ängstliche, non-lineare, unverständliche (BANI) Umwelten.
Systemtheorie & KomplexitätSafe-to-Fail Experiment
Experiment mit begrenztem Risiko: Wenn es scheitert, ist der Schaden begrenzt. Wenn es gelingt, kann man skalieren.
Systemtheorie & KomplexitätWicked Problem
Problem, das sich nicht klar definieren lässt und bei dem jede Lösung neue Probleme erzeugt. Typisch für soziale und organisationale Herausforderungen.
Systemtheorie & KomplexitätAutopoiesis
Selbsterzeugung und Selbsterhaltung lebender und sozialer Systeme. Organisationen verändern sich nach eigenen Regeln – nicht nach externem Plan.
Systemtheorie & KomplexitätPsychologische Sicherheit
Überzeugung, dass man im Team Risiken eingehen kann, ohne bestraft zu werden. Google Aristotle: wichtigster Faktor für Teameffektivität.
Zusammenarbeit & TeamdynamikAnti-Pattern
Wiederkehrendes Verhaltensmuster, das gut gemeint ist, aber kontraproduktive Ergebnisse erzeugt. Beispiel: Retrospektiven ohne Follow-up.
Zusammenarbeit & TeamdynamikAgile-Theater
Agile Praktiken werden durchgeführt, aber ohne echte Wirkung. Die Form ist da, die Substanz fehlt. Events als Ritual statt als Werkzeug.
Zusammenarbeit & TeamdynamikTeamreife (Tuckman)
Entwicklungsphasen von Teams: Forming, Storming, Norming, Performing. Teams durchlaufen diese Phasen nicht linear.
Zusammenarbeit & TeamdynamikFacilitation
Methodische Begleitung von Gruppenprozessen: neutral, strukturiert, ergebnisorientiert. Nicht beraten, sondern ermöglichen.
Zusammenarbeit & TeamdynamikWorking Agreements
Explizit vereinbarte Spielregeln im Team: Wie kommunizieren wir? Wie entscheiden wir? Was tun wir bei Konflikten?
Zusammenarbeit & TeamdynamikConflict Mapping
Sichtbarmachung von Spannungsfeldern und Zielkonflikten. Nicht um Konflikte zu lösen, sondern um sie besprechbar zu machen.
Zusammenarbeit & TeamdynamikImpediment
Hindernis, das das Team an effektiver Arbeit hindert. Kann teaminterner oder organisationaler Natur sein.
Zusammenarbeit & TeamdynamikTeam-Topologies
Modell von Skelton/Pais: Vier Team-Typen (Stream-aligned, Enabling, Complicated-Subsystem, Platform) für sinnvolle Teamstrukturierung.
Zusammenarbeit & TeamdynamikCommunity of Practice
Gruppenübergreifender Erfahrungsaustausch zu einem Thema. Freiwillig, praxisorientiert, selbstorganisiert.
Zusammenarbeit & TeamdynamikAgile Transformation
Veränderungsprozess einer Organisation hin zu agilen Arbeitsweisen. Betrifft Struktur, Kultur, Führung und Zusammenarbeit.
Führung & OrganisationTransformation vs. Change
Change: geplante Veränderung von A nach B. Transformation: grundlegender Wandel, bei dem das Ziel sich unterwegs verändert.
Führung & OrganisationManagement 3.0
Führungsansatz von Jurgen Appelo: Führung als Arbeit am System, nicht als Kontrolle der Menschen.
Führung & OrganisationDelegation Board / Poker
Werkzeug zur Klärung von Entscheidungsbefugnissen: Wer entscheidet was – auf einer Skala von ‚Führungskraft entscheidet' bis ‚Team entscheidet'.
Führung & OrganisationOrganizational Debt
Angehäufte strukturelle und kulturelle Probleme, die kurzfristig ignoriert, langfristig aber teuer werden.
Führung & OrganisationOperating Model
Wie eine Organisation ihre Arbeit strukturiert: Prozesse, Rollen, Entscheidungswege, Kommunikation.
Führung & OrganisationDual Operating System (Kotter)
Organisationsmodell mit hierarchischer Struktur für Stabilität und Netzwerkstruktur für Innovation und Veränderung.
Führung & OrganisationAgile Coach
Person, die Teams und Organisationen bei der Entwicklung agiler Arbeitsweisen begleitet. Arbeitet an Haltung, Zusammenarbeit und Organisationsdesign.
Führung & OrganisationChange Agent
Person, die Veränderung in einer Organisation vorantreibt – formal oder informell. Oft ohne formale Autorität.
Führung & OrganisationPurpose / Why
Der übergeordnete Zweck einer Organisation oder eines Teams. Gibt Orientierung und Richtung jenseits von KPIs.
Führung & OrganisationLean Thinking
Managementphilosophie: Wert aus Kundensicht definieren, Verschwendung eliminieren, Flow optimieren. Ursprung: Toyota.
Lean & FlowFlow
Zustand, in dem Arbeit gleichmäßig und ohne unnötige Unterbrechungen durch das System fließt. Ziel: Durchlaufzeit minimieren.
Lean & FlowVerschwendung (Muda)
Aktivitäten, die keinen Wert für den Kunden erzeugen. 7+1 Arten: Überproduktion, Warten, Transport, Überbearbeitung, Bestände, Bewegung, Fehler, ungenutztes Talent.
Lean & FlowPull-Prinzip
Arbeit wird erst begonnen, wenn Kapazität frei ist – nicht wenn jemand sie zuweist. Verhindert Überlastung.
Lean & FlowCycle Time
Zeit von Arbeitsbeginn bis Fertigstellung einer Aufgabe. Wichtige Metrik für die Optimierung des Arbeitsflusses.
Lean & FlowLead Time
Gesamtzeit von der Anfrage bis zur Lieferung – inklusive Wartezeiten. Aussagekräftiger als Cycle Time.
Lean & FlowCumulative Flow Diagram
Visualisierung des Arbeitsflusses über Zeit. Zeigt Engpässe, Überlastung und Blockaden auf einen Blick.
Lean & FlowKaizen
Kontinuierliche Verbesserung in kleinen Schritten. Nicht einmalige Revolution, sondern tägliche Optimierung.
Lean & FlowMVP (Minimum Viable Product)
Die kleinste Version eines Produkts, die echtes Nutzerfeedback ermöglicht. Nicht ‚minimal schlecht', sondern ‚minimal zum Lernen'.
Lean & FlowBuild–Measure–Learn
Lernzyklus aus Lean Startup: Hypothese aufstellen, Experiment bauen, messen, lernen. So schnell wie möglich durch den Zyklus.
Lean & FlowVelocity
Menge der erledigten Arbeit pro Sprint. Nützlich für Teamplanung, aber gefährlich als Leistungskennzahl.
Metriken & WirkungThroughput
Anzahl fertiggestellter Aufgaben pro Zeiteinheit. Aussagekräftiger als Velocity, weil unabhängig von Schätzung.
Metriken & WirkungHappiness Index
Regelmäßige Stimmungsabfrage im Team. Frühindikator für Probleme, die in anderen Metriken erst später sichtbar werden.
Metriken & WirkungNet Promoter Score (NPS)
Kennzahl für Kundenzufriedenheit: Wie wahrscheinlich ist eine Weiterempfehlung? Einfach, aber mit Grenzen.
Metriken & WirkungOutcome vs. Output
Output: Was haben wir geliefert? Outcome: Was hat sich dadurch verändert? Agile Teams messen Wirkung, nicht Menge.
Metriken & WirkungTeam Health Check
Strukturierte Team-Selbstbewertung über mehrere Dimensionen. Zeigt Trends und Handlungsfelder.
Metriken & WirkungEvidence-Based Management
Ansatz von Scrum.org: Vier Key Value Areas (Current Value, Unrealized Value, Ability to Innovate, Time-to-Market).
Metriken & WirkungExperiment-Backlog
Priorisierte Liste von Experimenten: Was testen wir als Nächstes? Mit Hypothese, Erfolgskriterium und Zeitrahmen.
Metriken & WirkungWirkungsnachweis
Dokumentation: Was hat sich durch die Intervention verändert? Vorher-Nachher-Vergleich mit konkreten Indikatoren.
Metriken & WirkungRetrospektiven-Metrik
Messung der Umsetzungsquote von Retro-Ergebnissen: Wie viele vereinbarte Maßnahmen werden tatsächlich umgesetzt?
Metriken & WirkungPivot
Strategische Kursänderung auf Basis von Erkenntnissen. Nicht Scheitern, sondern gelerntes Umsteuern.
Innovation & StrategieHypothesenbasiertes Arbeiten
Annahmen explizit formulieren und systematisch testen, statt auf Basis von Meinungen zu entscheiden.
Innovation & StrategieDouble Diamond
Design-Prozess-Modell: Erst divergent Problemraum erkunden, dann konvergent fokussieren. Zweimal: Problem verstehen, dann Lösung finden.
Innovation & StrategiePrototyping
Schnelle, kostengünstige Annäherung an eine Lösung. Nicht um zu bauen, sondern um zu lernen.
Innovation & StrategieDiscovery & Delivery
Unterscheidung zwischen Erkunden (Was ist das richtige Produkt?) und Liefern (Wie bauen wir es richtig?).
Innovation & StrategieStrategyzer Testing Card
Strukturiertes Format für Experimente: Hypothese, Test, Metrik, Kriterium. Schafft Klarheit vor dem Experiment.
Innovation & StrategieInnovation Accounting
Messsystem für Innovation: Wie wissen wir, ob wir Fortschritt machen, wenn klassische KPIs nicht greifen?
Innovation & StrategieBlue Ocean Strategy
Strategieansatz: Statt im bestehenden Markt (Red Ocean) zu kämpfen, neue Märkte (Blue Ocean) schaffen.
Innovation & StrategieCustomer Development
Methode von Steve Blank: Hypothesen über Kunden und Markt vor der Produktentwicklung validieren.
Innovation & StrategieNorth Star Metric
Eine übergeordnete Metrik, die den Wert für den Kunden am besten abbildet. Gibt dem Team eine klare Richtung.
Innovation & StrategieFachbegriffe klären ist nur der Anfang.
Im Erstgespräch klären wir, wie dein Team wirklich arbeitet.
